Einführend wird erläutert, welchen Zugang die Religionssoziologie zu ihrem Gegenstand hat, was sie unter „Religion“ versteht, welche Grundfragen sie stellt und wie sie (geistes)geschichtlich entstanden ist. Da es der Religionssoziologie (in Abgrenzung zur Kirchensoziologie) wesentlich um das wechselseitige Verhältnis von Gesellschaft und Religion geht, werden aktuelle Deutungsmuster der Gegenwartsgesellschaft herausgearbeitet, um die zeitgenössische Perspektive auf religiöse Akteure und Institutionen sichtbar zu machen. Folgende Themen und Autoren werden im Laufe des Seminar behandelt: Max Weber („Einleitung“ und „Zwischenkapitel“ seiner „Wirtschaftsethik der Weltreligionen“); Hans Joas („Die Soziologie und das Heilige“); (geistes)geschichtlicher Entstehungshintergrund und wechselnde Operationalisierungen des Säkularisierungsparadigmas (José Casanova, Bryan R. Wilson, Steve Bruce, Peter L. Berger, Pippa Norris/Ronald Inglehart, Detlef Pollack, Gert Pickel); Thomas Luckmanns Privatisierungsthese und ihre Kritik durch José Casanova; die Konzeption des „religiösen Feldes“ bei Pierre Bourdieu; die historisch-komparative Religionstheorie David Martins und ihre Anwendung auf Polen und Ostdeutschland; Religion und Geschlechterordnungen (Kornelia Sammet u.a.); „Wie man Atheist wird“ (Callum G. Brown); Religionen und Entwicklung (Johannes Müller S.J.); „Die religiöse Brisanz des Christentums. Das religionssoziologische Ouevre Franz-Xaver Kaufmanns“ (Norbert Mette).

Vier der behandelten Texte sind nur in englischer Sprache zugänglich. Englisch-Kenntnisse sind also zur sinnvollen Teilnahme am Seminar unerlässlich!