Ausgehend von der Sprache, und da zunächst von der in unserem kulturellen Umfeld doch weitgehend unbekannten Schreibung der Devanāgarī („Götterstadtschrift“) sollen in der Einstiegsphase Schrift und Aussprache des „Kulturträgers“ Sanskrit behandelt werden, dessen sprachliche Ausstrahlung von den altindischen über die mittelindischen (Pali als Sprache Buddhas u.a.) bis in die neuindischen Sprachen (Hindi u.a.) der Gegenwart hinein wirkt; parallel dazu werden zentrale Begriffe der indischen Kultur aus Literatur, Religion und Philosophie vorgestellt, um die ununterbrochene Tradierung und Wirkung einflussreicher Gedankenströme vom Brahmanismus der Veden über den Hinduismus der großen Epen und Puranas und den Buddhismus der Buddhareden und Sutren bis hin zu modernen Denkern aufzuzeigen, die dann auch im Europa der Neuzeit euphorisch aufgenommen wurden – Herder, Forster, Goethe, Schlegel, W.v. Humboldt oder philosophische Systeme wie das des Yoga, um nur einige Beispiele zu nennen – und das nicht zuletzt im Zuge der Entdeckung sprachlicher Verwandtschaftsverhältnisse des Sanskrit und zahlreicher anderer indischer Sprachen mit den europäischen.
Nach dem Erlernen der Devanagari in Schrift und Aussprache und dem Kennenlernen der Sandhi-Regeln sowie erster Konjugations- und Deklinationsschemata soll es um die sukzessive Vertiefung dieser Phänomene gehen, um erste Lektürefrüchte ernten zu können; das soll in diesem Semester anhand des berühmten philosophischen Lehrgedichts Bhagavadgita ("Gotteslied"/"Des Erhabenen Sang") erfolgen.
Anhand der schlüsselartig präparierten Textausgabe von W. Sargeant (s.u.) lassen sich Konjugations- und Deklinationsschemata gut in ihren Formen und Funktionsweisen mit einem anspruchsvollen Inhalt verbinden, der sich nicht nur in Indien der Beliebtheit und Reflexion erfreuen sollte, denn die drei Wege zum Ziel (des pflichtgemäßen Handelns, der Erkenntnis und der Gottesliebe) könnten auch in der westlichen Welt interessante Denkimpulse auslösen.

Angaben folgen noch rechtzeitig vor Kursbeginn