In diesem Wintersemester wird die Vorlesung einen Schwerpunkt auf die Fragen der Kirchenfinanzierung und des Religionsunterrichts legen. In den letzten Monaten wurde im politischen Raum wieder die Abschaffung der Staatsleistungen, d.h. die Abschaffung von Zahlungen des Staates an die Kirche gefordert. Was genau sind Staatsleistungen und wie begründen sich diese? Wie unterscheiden sich diese von der Kirchensteuer? Der schulische Religionsunterricht wird in Teilen auch in konfessionell-kooperativer Form erteilt. Welche Möglichkeiten bieten hierzu das staatliche und das kirchliche Recht? Neben dieser Fragen sind das kirchliche Arbeitsrecht, die kirchlichen Feiertage, religiöse Symbole im öffentlichen Raum immer wieder Teil der öffentlichen gesellschaftlichen Diskussion. Das Staatskirchenrecht wird nicht selten als Relikt, als Fremdkörper vergangener Zeiten und ungerechtfertigtes Privileg der Kirchen in einem modernen freiheitlichen Staat betrachtet, dessen Aufgabe es sei, seinen Bürgern die Freiheit von Religion im öffentlichen Raum zu sichern. Vor dem Hintergrund der Diskussion von Einzelfragen stellen sich zugleich grundlegende Fragen: Wie gestaltet sich das rechtliche Verhältnis von Staat und Religion in Deutschland? Ist das Staatskirchenrecht auf dem Weg zu einem Religions(verfassungs)recht? Die Vorlesung behandelt Grundfragen des Verhältnisses zwischen Religion und Staat und geht auf Einzelfragen ein, wie etwa die Anstaltsseelsorge, den Religionsunterricht, die Kirchensteuer, den Kirchenaustritt, das kirchliche Dienst- und Arbeitsrecht, den Schutz der Sonn- und Feiertage etc.