In der Gegenwart ist es plausibel, vom Individuum her zu denken, auch in der Theologie. Aber unser Selbstverständnis ist u.a. durch gesellschaftliche Entwicklungen geprägt - und hängt eng mit unserem Verständnis von Gesellschaft zusammen. Ist die Gesellschaft primär ein Kooperationssystem, in dem – an sich nicht aufeinander angewiesene – Einzelne individuelle Vorteile realisieren können? Oder sind die Einzelnen verletzlich, auf Kommunikation und Kooperation angewiesen, so dass sie erst in diesem Miteinander ihre Identität gewinnen? Welchen Einfluss haben wir auf das gesellschaftliche System - oder: haben wir überhaupt einen Einfluss? Welche Chancen haben wir, in politischen oder ökonomischen Interaktionen von gängigen Handlungserwartungen abzuweichen? Im Mittelpunkt der sozialphilosophischen Vorlesung stehen G e s e l l s c h a f t s t h e o r i e n, die verschiedene Bilder von unserer Gesellschaft entwerfen.