Der Hebräerbrief ist, mit dem Römerbrief, eine der zwei großen Briefe des Neuen Testaments, und im aktuellen biblischen Kanon, der eine öffnet und der andere schließt das Corpus Paulinum. Die Theologie des Hebräerbriefes nicht nur „ergänzt“ die paulinische Theologie sondern auch steht als eine der wichtigsten theologischen Säulen der ersten Kirche für die Lehre über den Glauben und das christliche Priestertum. Außerdem gilt er wohl rhetorisch als der erhobenste griechische Diskurs oder Rede des Neuen Testaments. In diesen Vorlesungen wird die Exegese von ausgewählten Texten dieses Briefes durchgeführt, mit Akzenten auf seine ausgearbeitete literarische Struktur, seine semantische Konstruktion von Zeit und Raum, seine Inter-texte im Alten Testament, seine möglichen Verbindungen mit der Mittel-platonischen Philosophie, und seine theologische Bedeutung für die Christologie und Ekklesiologie heute.