Was Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen… Die Ehenichtigkeitsverfahren sind keine Scheidungsverfahren, sondern fragen danach, ob eine Ehe gültig geschlossen wurde oder nichtig ist. Die Übung führt in die grundlegenden Fragen des Ehe- und Eheprozessrechts der katholischen Kirche ein. Wann ist eine Ehe aus kirchenrechtlicher Sicht gültig geschlossen? Auf welchen Säulen fußt das Eherecht der katholischen Kirche? Unter welchen Bedingungen ist eine konfessionsverschiedene oder religionsverschiedene Eheschließung möglich? Gibt es eine sogenannte ökumenische Trauung? Warum und wie werden Ehen für nichtig erklärt oder aufgelöst? Die Veranstaltung besteht aus Vorlesungs- und Übungsteilen. Sie führt im Vorlesungsteil durch die Beantwortung der oben beispielhaft genannten und weiteren Fragen in die Grundlagen des katholischen Eherechts, insbesondere in die rechtlichen Regelungen zu den Ehehindernissen, zum Ehekonsens und zur kanonischen Formpflicht sowie in das Eheprozessrecht ein. Anhand der Lösung und Besprechung von eherechtlichen Themen und Fällen wir neben der theoretischen auch in die praktische Anwendung des Eherechts eingeführt.

Im Unterschied zur Vorlesung des SS 2015 liegt im SS 2017 der Schwerpunkt der Vorlesung auf den synodalen Strukturen der Kirche. Die Tria-Munera-Lehre, die Lehre von den drei Diensten Christi des Verkündigens, Heiligens und Leitens steht für die Gliederung der Bücher II bis IV des CIC/1983 Pate. Diese Vorlesung wendet sich dem munus regendi, dem Leitungsdienst sowie dem munus docendi, dem Verkündigungsdienst der Kirche und damit den Büchern II und III des CIC/1983 zu. Das zweite Buch des CIC/1983 wird mit der Überschrift „Volk Gottes“ versehen. Damit rezipiert der CIC/1983 einen der zentralen ekklesiologischen Bildbegriffe und gibt mit dieser Überschrift gleichsam das verfassungsrechtliche Programm bzw. Panorama vor. Die Vorlesung widmet sich der Rezeption der Ekklesiologie des II. Vatikanischen Konzils im CIC/1983 und damit der Frage nach der organischen Struktur der Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen sowie der Frage nach der hierarchischen Struktur der Kirche auf den drei verfassungsrechtlichen Ebenen der Gesamtkirche, der Teilkirche und der Pfarrei. In diesem Kontext werden die verschiedenen Ämter und Dienste der Kirche erläutert. Gemäß dem Schwerpunkt dieses Semesters werden die synodalen Strukturen der Kirche ausführlich behandelt.
Ferner sind von der Verfassungsstruktur der Kirche die Vereinigungsstrukturen zu unterscheiden. Gemäß dem Schwerpunkt dieses Semesters werden die synodalen Strukturen der Kirche ausführlich behandelt.
Neben diesem ersten Teil der Vorlesung zum munus regendi der Kirche widmet sich die Vorlesung in ihrem zweiten Teil dem munus docendi zu. Im Rahmen des Verkündigungsdienstes der Kirche stellen sich insbesondere die Fragen der Verbindlichkeitsgrade lehramtlicher Äußerungen und dem von den Gläubigen erwarteten Gehorsam, der rechtlichen Regelung des Predigtdienstes, der Katechese und des Religionsunterrichts.

Was ist Kirchenrecht? Benötigt die Kirche Kirchenrecht? In welchem Verhältnis steht die Kirchenrechtswissenschaft zu anderen theologischen Disziplinen? Welche Rechtsquellen zieht die Kirchenrechtswissenschaft heran? Wie werden kirchenrechtliche Normen begründet? Mit welchen Grundbegriffen arbeitet das Kirchenrecht? Welche Hermeneutik und Methodik ist bei der Auslegung der Rechtsquellen zu beachten? Die Übung beantwortet diese Fragen und führt in die theologische Grundlegung des Kirchenrechts sowie in Hermeneutik und Methodik der Kirchenrechtswissenschaft ein. Die Anwendung kirchenrechtlicher Normen wird anhand konkreter Fallbeispiele aus der Praxis verdeutlicht, sodass zugleich die Relevanz der kirchlichen Rechtsordnung für das Handeln der Kirche deutlich wird.

Das Zweite Vatikanische Konzil lehrt in Art. 1 der Dogmatischen Konstitution über die Kirche “Lumen Gentium“, dass die Kirche nicht nur Sakramente hat, sondern selbst Sakrament ist. Im Horizont der grundlegenden Sakramentalität der Kirche haben alle Einzelsakramente wie auch die Kirche als Ganze zugleich eine rechtliche Dimension. Dem Kirchenrecht geht es um die Gültigkeit und Erlaubtheit der Sakramente aber auch um die Fruchtbarkeit ihrer Feier und ihres Empfangs. Deshalb kommt im Sinne der actuosa participatio auch die ganze Gemeinschaft der Gläubigen in den Blick, wenn es um die Vorbereitung und die Feier der Sakramente geht. Es wird auch die ekklesiologische Dimension der Sakramente, insbesondere der Taufe und der Weihe in den Blick genommen. Das Recht der Sakramente ist ein großes Feld der kirchlichen Praxis und damit auch der kirchlichen Rechtspraxis. Daher wird in der Vorlesung der Stoff auch mit Fällen aus der Praxis der Kirche erarbeitet.
Die Vorlesung nimmt die rechtliche Regelung der Initiationssakramente Taufe, Firmung und der Eucharistie in den Blick, widmet sich sodann den Sakramenten der Buße und Krankensalbung und schließlich dem Weihesakrament.

Von Summorum Pontificum bis Mitis Iudex - Das Seminar spannt den weiten Bogen der päpstlichen Gesetzgebung auf, mit der Benedikt XVI. und Franziskus in den letzten Jahren die kirchliche Rechtsordnung reformiert haben. Die Themen des Seminars sind daher so vielfältig wie die Themen beider Pontifikate und ihrer Gesetzgebung: Fragen der Liturgie, des Dialogs mit den Anglikanern und der Pius-Bruderschaft, der Römischen Kurie, des Eherechts und seiner Prozesse und des Sakramentenrechts bis hin zum Jahr der Barmherzigkeit mit seinem Fokus auf dem Bußsakrament und dem Ablasswesen der Kirche.
Die Themen werden in der ersten Sitzung in ihrer Schwerpunktsetzung mit den TeilnehmerInnen festgelegt.

Bis dass der Tod euch scheidet… Wann ist eine Ehe aus kirchenrechtlicher Sicht gültig geschlossen? Auf welchen Säulen fußt das Eherecht der katholischen Kirche? Unter welchen Bedingungen ist eine konfessionsverschiedene oder religionsverschiedene Eheschließung möglich? Gibt es eine sogenannte ökumenische Trauung? Warum und wie werden Ehen für nichtig erklärt oder aufgelöst? Die Veranstaltung besteht aus Vorlesungs- und Übungsteilen. Sie führt im Vorlesungsteil durch die Beantwortung der oben beispielhaft genannten und weiteren Fragen in die Grundlagen des katholischen Eherechts, insbesondere in die rechtlichen Regelungen zu den Ehehindernissen, zum Ehekonsens und zur kanonischen Formpflicht sowie in das Eheprozessrecht ein. Anhand der Lösung und Besprechung von eherechtlichen Fällen, die von den Studierenden jeweils schriftlich zu lösen sind, wird in die praktische Anwendung des Eherechts eingeführt.